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Hier auf unserem Blog wirst du viele leckere Rezepte und Hintergrund Informationen finden. Unser Fokus ist die vitalstoffreiche Vollwertkost und das ganzheitliche Leben. Viel Spaß beim Erkunden. 

Vollkorngetreide – unser Superfood

Vollkorngetreide – unser Superfood

Seit unsere Vorfahren sesshaft geworden sind und Ackerbau als Überlebensgrundlage betreiben, bauen wir Menschen Getreide an .

Getreide dient den meisten Menschen der Welt seit Jahrhunderten als Grundnahrungsmittel. Je nach Voraussetzungen in der jeweiligen Region, ist dies zum Beispiel Reis in Süd-Ost-Asien, Mais in Südamerika oder Weizen in Europa. Bevor die Technik des Brotbackens gefunden wurde, wurde das Getreide als Brei zubereitet. Diese ursprüngliche Form ist auch heute noch in vielen Ländern zu finden. Wenn Getreide uns Menschen also über Jahrhunderte genährt hat, gestärkt hat, uns zu der mächtigsten Population dieser Erde gemacht hat, muss doch etwas besonders Gutes daran sein.

Was so gut an Vollkorngetreide ist

Wir alle kennen die drei Grundnährstoffe Fette, Eiweiße und Kohlenhydrate. Schon das Wort “Grundnährstoffe” macht uns deutlich, dass wir diese Stoffe in unserer Nahrung brauchen um unseren Organismus optimal zu versorgen.

Das Vollkorngetreide versorgt uns tatsächlich mit allen dreien. Das Eiweiß im Vollkorngetreide kann bei einer optimalen pflanzenbasierten Ernährung ohne großes Zählen dazu beitragen, dass unser Eiweißbedarf gedeckt wird. Die Kohlenhydrate sind langkettig und mit ihnen werden die nötigen Vitalstoffen zu ihrem Abbau geliefert. So werden die Kohlenhydrate langsam und vollständig abgebaut, halten uns lange satt, liefern uns Energie, lassen unseren Blutzuckerspiegel geregelt und nicht abrupt ansteigen und lagern sich nicht als Fett auf unseren Hüften ab. In dem Fett im Vollkorngetreide befinden sich unter anderem die fettlöslichen Vitamine A und E.

Doch was gibt es eigentlich neben diesen drei Stoffen mit denen sich alle beschäftigen? Meistens sind wir ja nur damit beschäftigt so wenig Fett wie möglich, zum Schlanksein auch noch so wenig Kohlenhydrate wie möglich, und so viel Eiweiß wie es nur geht zu uns zu nehmen. (Ob das so gut ist, behandeln wir zu einem anderen Zeitpunkt)

Um die weiteren Stoffe, die Vitalstoffe, kümmern wir uns häufig nur wenn es um das neuste Superfood geht.

Was macht Vollkorngetreide zum Superfood?

Neben der guten Qualität der Grundnährstoffe ist das Vollkorngetreide auch mit seinen wunderbaren Vitalstoffen tatsächlich ein Superfood!

Hier nur einige der gesunderhaltenden Stoffe: Vitamine des B-Komplexes (Vitamin B1, B2, B6, Folsäure...), Vitamin A, Vitamin E, Vitamin K, Phosphate, Kalium, Calcium, Magnesium, Eisen, Zink, Jod....

Besonders in den Vordergrund zustellen ist das Vitamin B1. Kein anderes Lebensmittel hat eine so hohe Konzentration von Vitamin B1 wie das Getreide in seinem Keim. Mit bereits um die 50g rohem Getreide können wir unseren täglichen Bedarf an Vitamin B1 decken. Dieses Vitamin ist in einem gesunden Stoffwechsel unerlässlich und besonders für den Abbau der Kohlenhydrate nötig. Hat unser Organismus nicht genug davon zur Verfügung, kommt es zu Störungen im Kohlenhydratstoffwechsel und damit auch im restlichen Stoffwechsel. Das heißt Nährstoffe können nicht korrekt abgebaut werden. Es können Ungleichgewichte und Störungen im Körper entstehen. Das heißt langfristig auch Krankheiten.

Das Problem mit den Auszugsmehlen

Der besonders Vitamin B1-haltige Getreidekeim wird bei der Herstellung von dem meist konsumierten Auszugsmehl, dem Weißmehl, entfernt. Das ist einer der Hauptgründe – neben dem Fabrikzucker-Konsum –, warum viele von uns an einem Mangel an Vitamin B1 leiden. Unser Organismus hat daher große Probleme die Kohlenhydrate aus dem Auszugsmehl richtig abzubauen und Stoffwechselstörungen verschiedener Art entstehen.

Als Auszugsmehle werden Mehle bezeichnen, die nicht alle Teile, des vollen, unbehandelten Korns enthalten. Das ist natürlich das weiße Mehl aber eben auch andere Typen Mehle. Mehr darüber erfahrt ihr am 16. November in unserem Artikel zum Thema “Mehl – die Unterschiede und was zu beachten ist”.

Was ist gutes Volkorngetreide?

Interessant zu wissen ist, dass sich der Gehalt der Vitaltstoffe im Vollkorngetreide je nach Qualität unterscheidet. In der vitalstoffreichen Vollwertkost spricht man dann von Vollkorn, wenn die Getreidekörner zu 95 – 98 Prozent keimfähig sind. Das heißt sie sind im Stande neues Leben zu bilden und zu einer Pflanze heranzuwachsen. Dazu brauchen sie eben diese Vitalstoffe in ausreichender Menge. Denn nur wo Leben drin ist kann auch Leben entstehen.

Leider sind viele Körner, die wir im Supermarkt kaufen können nicht in diesem Maße keimfähig. Das kann zum Beispiel an einer Beschädigung der Körner im Ernte- und Säuberungsprozess liegen. So kann Sauerstoff  ins Innere des Korns eindringen und dazu führen, dass Vitalstoffe durch Oxidationsprozesse abgebaut werden. Andere Sorten sind von “Natur” aus so gezüchtet dass sie nicht keimfähig sind. So sind die Bauern dazu gezwungen jedes Jahr von der Industrie neues Saatgut zu kaufen.

Häufig kommt ein Verlust der Vitalstoffe auch daher, dass die Feuchtigkeit im Inneren des Korns zu besserer Haltbarkeit durch Trocknungsverfahren herabgesetzt wird. – Normalerweise hat ein Getreidekorn um die 14% Feuchtigkeit, welche es braucht um später wachsen zu können. Allerdings hält sich das Getreide so auch weniger lang frisch, als wenn man es trocknet. Für die Industrie ist es natürlich besser, wenn das Getreide länger lagerfähig ist. – Dies wird grundsätzlich bei der Herstellung von Mehlen vorgenommen.

Um diesen Verlust der so wichtigen Stoffe zu vermeiden mahlen wir unser Mehl ganz einfach kurz vor dem Verarbeiten selbst. Das funktioniert mit einer entsprechenden Mühle oder einem Hochleistungsmixer. Wenn ihr keins der beiden zu Hause habt, könnt ihr euch auch einfach eure Körner im Reformhaus oder Biomarkt frisch mahlen oder schroten lassen, das kostet nichts und geht schnell.

Aber woran erkennt ihr gutes Vollkorngetreide?

Gutes Vollkorngetreide mit bloßem Auge zu erkennen ist kaum möglich. Wir machen es daher so, dass wir im Biomarkt oder auch im Reformhaus ganz einfach fragen ob die Getreide, die verkauft werden keimfähig sind und dann machen wir auch zu Hause oft eine Keimprobe. Das hat zwei Vorteile für uns: Wir wissen wie gut das Getreide wirklich ist und wir haben frische und vitaminreiche Sprossen.

So geht die Keimprobe.

50 g Körner

100 ml Wasser

ein Sieb und eine Schale

  1. die 50 g Körner in den 100 ml Wasser über Nacht einweichen
  2. am Morgen die Körner abgießen und abspülen
  3. Die Körner kommen nun nicht mehr zurück ins Wasser sondern nur noch in die Schale und werden Feucht gehalten. Dafür spült ihr sie 2-3 mal täglich durch

Toll zum Keimen sind auch Keimgläser, die ihr ab 5-6 € im Bio Supermarkt oder online Versand kaufen könnt. Es geht aber auch hervorragend ohne.

Übrigens: ihr könnt nicht nur Hafer, Dinkel, Roggen und co keimen, auch z.B. Reis lässt sich hervorragend keimen und bekommt dann so eine tolle Süße. 

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Ein paar Worte zum Abschluss.

Natürlich gilt auch hier wieder: Der Fortschritt zählt. Perfektion kommt später. Aus eigener Erfahrung wissen wir dass der Weg zum täglichen selber mahlen und regelmäßigen Keimproben ein langer ist. Ein guter Start sind Vollkornmehl und Vollkornprodukte. Fangt also einfach an weißes Mehl zu meiden und entwickelt euch so Schritt für Schritt weiter. Wir hoffen dass euch diese Entwicklung genauso viel Spaß macht wie uns und wünschen euch viel Erfolg.

Auf ein gesundes Leben.

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Die Information zu diesem Artikel sind zu großen Teilen aus dem Buch „Unsere Nahrung – Unser Schicksal“ von Dr. Bruker entnommen.

 

 

 

Schnelles Vollkornbrot mit Körnern

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November: Monat des Getreides

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